Als ich heute im Zug sass, bemerkte ich die neue Werbung von green.ch! Auf dieser ist Otmar Hitzfeld abgebildet mit einem iPhone. Der ist ja schon recht bekannt als Nati-Trainer der Schweizer Nationalmannschaft.

Beim zweiten Blick merkte ich, dass mit dem iPhone irgendetwas nicht stimmt. Und siehe da, er hält das iPhone verkehrt. RELATIV PEINLICH

Um mich herum herrscht Totenstille. Kalte Augen mustern mich misstrauisch. Ich bin in fremdes Territorium eingedrungen! Die Situation ist für mich ungewohnt. Krampfhaft versuche ich, die kühlen Blicke zu ignorieren. Soll ich die Flucht ergreifen? Zu spät! Mit einem penetranten Ton schliessen die Türen und mit dem sanften Ruck setzt sich der Zug in Bewegung. Ich bin mittendrin: Bei den Pendlern! Jobbedingt pendle ich hie und da zur Rushhour Richtung Bern. Ich falle auf. Mir gelingt nicht, was sich für einen Profipendler gehört: mein Gesichtsausdruck ist zu freundlich und das betont mürrische Gebrummel zur Begrüssung des Kondukteurs, hinter irgendeiner Zeitung versteckt, will mir auch nicht gelingen. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Ich lächle zur Begrüssung. Das Hauptritual eines jeden Profipendlers beherrsche ich ebenfalls nicht: Jeden Tag mit dem gleichen Zug fahren und immer denselben Platz beanspruchen! Und wehe, er ist besetzt. Wenn Blicke töten könnten. Eine weitere Verhaltensweise ist ebenso bemerkenswert: kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof kommt hektische Betriebsamkeit auf. Vergleichbar mit einem Schwarm Heuschrecken über afrikanischen Steppen, drängen alle aus dem hinteren Teil des Zuges in die vorderen Wagen. Kommt der Zug zum Stillstand, geht es zu und her wie bei der Eröffnung eines polnischen Mediamarktes: Wettdrängen durch die schmale Öffnung namens Türe. Da halte ich mich lieber vornehm zurück, stehe einen Moment beiseite, beobachte und denke, dass es wohl besser ist, kein Profipendler zu sein.